Zigaretten Raucher
50er Jahre, Rauchen als Kult, Zigarre Tabak

Als die Bilder laufen lernten...

   ie schicken 50er. Acht, neun Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg war man wieder wer. Die Wirtschaft kam all-mählich in Schwung und das galt auch für die Werbung nach amerikanischem Strickmuster.
Neben den Dingen des alltäglichen Lebens schielte man nun auch wieder nach den ersten Luxusgütern – ein Fahrrad oder gar ein Motorroller, ein modernes Ra-dio (rechts ein "Graetz"-Empfänger für sage und schrei-be 498 Mark – in der Anzeigenwerbung etwas groß ge-raten) standen in dieser Zeit hoch im Kurs. Auch die Ta-bakindustrie machte sich nun unbeholfen daran, für ihre Nachkriegsglimmstengel Dauerkunden zu gewinnen...

D
"Warum einschränken...?" fragt 1951 der Gloria-Raucher (rechts) naiv. "Lie-ber eine mehr! Ich rauche ja Gloria! Man muß nur erst dahinterkommen, was dieses Filtermundstück bewirkt: da bleibt im Filter, was mir nicht be-kommt! Der Genuß des unveränder-ten reinen Aromas edler Virgina-Taba-ke steigert sich also um die sorglose Freude am Rauchen! – Genuß ohne Reue!"
1953, zwei Jahre später ist der Slogan "Genuss ohne Reuhe" bereits fester Be-standteil der Gloria-Werbung. Nun fühlen sich auch die Frauen beim Rauchen von "Gloria"-Zigaretten wohl...
Die Muskeln kamen noch per Post...

Manfred Schmidt's Pfeife rauchender Privatdetektiv Nick   Knatterton begeisterte in den 50ern die Massen, und    die Muskeln kamen noch "per Post" ins Haus. Alles in      der Werbung war erlaubt und die Experimentierfreu-       digkeit war hoch.
      Nun sollte man jedoch nicht den Fehler begehen,      die  frühen  Gehversuche  in  der Werbung als  unge-

                  konnt oder gar stümperhaft zu verurteilen. Werbung spiegelt immer den Zeitgeist und den             Trend einer Epoche wieder – selbst dann, wenn sie nicht im Trend liegen möchte. Das, was     wir heute als 'perfekt gelungene Werbung' ansehen, wird in dreißig Jahren mit ziemlicher Sicherheit ebenso belächet werden, wie wir jetzt über die Anzeigen aus den 50er Jahren schmunzeln können...
Klicken Sie hier oder auf das Foto, um die ganze Salem No.6-Story lesen zu können...
Der Vorläufer der
Camel-Abenteuer-Idee

Salem No. 6  begann 1953
mit einer 'Abenteuer-Serie'
– allerdings sehr 'typisch
Deutsch'. In der Anzeige
links, "Die beste Zigarette
meines Lebens", erzählt
eine Bildergeschichte vom
Unglück eines Schmetter-
lingsammlers im Moor.
Am Ende rettet ihm ein
Hund das Leben und der
Mann gönnt sich eine Sa-
lem No. 6
– ziemlich kurio-
se Anzeige mit einem
irritierenden Namen (Bo-
gen) auf der Verpackung...
Ziemlich am Ziel vorbeigeschossen...
Supra-Filter (1951) steht auf der Schachtel, doch im Text wirbt man für die Kos-mos-Filterzigarette. Auch der Preis mit 10 oder 12 Pfennigen ist nicht sehr klar. Am Ende des Anzeigentextes wird auf die Schädlichkeit des Rauchens hinge-wiesen (die aber durch die Kosmos-Zigarette praktisch ausgeschlossen wird).
Bitte, das Foto anklicken,
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Die 50er Jahre


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Der erste Hauch von Freiheit kommt...

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Wie im Kino gab es auch in den Printmedien der 50er Jahre ausschließlich die Möglichkeit, seine Werbung in Schwarz-Weiß-Anzeigen zu plazieren.
Abbildungen oben und rechts:
Ganzseitige Peer-Werbung und halbseitige Zuban-Anzeige in der Illustrierten Quick aus dem Jahr 1952.
Die Witze in jenen Zei-ten waren nicht beson-ders komisch und Bier-ernst ersetzte in der Zi-garettenwerbung noch den touch von Fröhlich-keit und ausgelassener
Lebensfreude,  der  die
Werbung dann in den 70er Jahren heimsuchte. Die Marke Peer versuchte diesen Weg zwar erstmalig 1952 zu gehen (siehe rechts), änderte dann aber 1953 wieder diesen Kurs und folgte dem Ruf der Zeit nach Eleganz und Noblesse.      (Klick unten)